Es ist bereits anderthalb Jahre her, dass ich zum allerersten Mal auf einem Filmset dabei sein durfte, und nun ist der Tag der Ausstrahlung dieses thematisch an die Nieren gehenden Fernsehfilms endlich gekommen.

Es handelt sich um die Folge „Angst heiligt die Mittel“ der TV-Reihe Polizeiruf 110, hier mit dem Rostocker Ermittlerteam Bukow und König, die unter der Regie von Christian von Castelberg und dem Arbeitstitel „Die fünfte Gewalt“ im Sommer 2015 gedreht wurde.

Im Juni des vergangenen Jahres verbrachte ich also mehrere recht heiße Drehtagen in Warlow und Mestlin (LK Ludwigslust-Parchim), den Großteil davon im für Mitarbeiter der Spurensicherung typischen Tyvekanzug. Wer einen Blick auf mich erhaschen möchte, ich bin in den folgenden Szenen zu entdecken:

1. Nach dem Auffinden der toten Obdachlosen, wenn Alexander Bukow mit dem im Auto sitzenden Linus Wagner spricht, sichere ich rechts vom Auto im Hintergrund Fingerabdrücke an dem Zigarettenautomaten, an dem sich Martin Kukulies die Nacht zuvor eine Schachtel gezogen hatte.

2. Nachdem das KTU-Team infolge des gemeldeten Suizids zum Haus von Martin Kukulies und Peter Buschke gerufen wird, gehöre ich zu denjenigen, die den Erhängten von der Decke herunternehmen; im Bildhintergrund rechts stehend.

3. Wenn Katrin König und Alexander Bukow das Haus von Kukulies und Buschke verlassen, stehe ich links von der Eingangstür und sichere weitere Spuren.

Bedauerlicherweise, aber üblicher Teil des Filmalltags, sind sämtliche anderen Szenen, die ich im Juni 2015 drehen durfte, der Schere zum Opfer gefallen, obwohl sich sogar die Maske für die eine oder andere Kameraeinstellung um mein Gesicht gekümmert hat. Unter diesen Szenen waren vor allem Szenen als Einwohner des Dorfes Beslow, der mit dem Fahrrad an den sich unterhaltenden Ermittlern und dem im Film gezeigten Einkaufsladen vorbeifahrende Radfahrer (was etliche Male wegen der vielen Kameraeinstellungen wiederholt wurde und gefühlt Stunden dauerte), als einer Freundin am Gartenzaun plaudernder Beslower, als der Dorfbewohner Malte Bruns Bukow und König aus dem Haus von Kukulies und Buschke kommend beobachtet, aber auch zwei Szenen als Spurensicherer beim Betreten des Hauses (wird kurz vor meinem Eintreten geschnitten) und nach dem Abtransport des Toten beim Transporter der Gerichtsmedizin. Hier wurde gar eine ganze Dialogszene mit Dorfbewohnern gedreht, die es in den finalen Schnitt nicht geschafft hat. Ein Bild aus dieser Szene, auf dem sich Alexander Bukow mit Linus Wagner unterhält, ist jedoch von den Lübecker Filmtagen veröffentlicht worden.

Der Dreh war aber vor allem wegen meiner ersten Erfahrung an einem Filmset und den entspannten Gesprächen u. a. mit den beiden Hauptdarstellern Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner in den Drehpausen mehr als erinnerungswürdig; ganz zu schweigen davon, dass das Team klasse war und sich der Dreh wahnsinnig spannend gestaltete.

Im linken nachfolgenden Bild spiegele ich mich in einer Scheibe der Haustür, wie ich zu den beiden Ermittlern hinübersehe und im rechten Bild ist mein Kopf zwischen den beiden Ermittlern im Hintergrund links von der Eingangstür zu sehen.

Polizeiruf 110 - Angst heiligt die Mittel