Oscarverleihung 2017

Am 26. Februar 2017 werden zum 89. Mal die Verdienstpreise der Academy of Motion Picture Arts and Sciences verliehen. Seit Jahren versuche ich die Gewinner der jeweiligen Kategorien zu prognostizieren; mal mehr erfolgreich, mal weniger.

Zumeist gehe ich hierfür nach meinem eigenen Geschmack und und meinen eigenen Eindrücken und weniger nach der öffentlichen Resonanz. So nahm ich 2014 vergeblich an, dass der zehnfach nominierte Film American Hustle nicht vollständig leer ausgehen würde.

Hier nun also die von mir bei der diesjährigen Verleihung favorisierten Nominierten:

Bester Film

Arrival
Fences
Die Entscheidung
Hell or High Water
Unerkannte Heldinnen
La La Land
Der lange Weg nach Hause
Manchester by the Sea
Moonlight

Mein Favorit: Arrival
Sieger: Moonlight

Beste Regie

Damien Chazelle – La La Land
Mel Gibson – Die Entscheidung
Barry Jenkins – Moonlight
Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
Denis Villeneuve – Arrival

Mein Favorit: Damien Chazelle
Sieger: Damien Chazelle

Bester Hauptdarsteller

Casey Affleck – Manchester by the Sea
Andrew Garfield – Die Entscheidung
Ryan Gosling – La La Land
Viggo Mortensen – Einmal Wildnis und zurück
Denzel Washington – Fences

Mein Favorit: Ryan Gosling
Sieger: Casey Affleck

Beste Hauptdarstellerin

Isabelle Huppert – Elle
Ruth Negga – Loving
Natalie Portman – Jackie, die First Lady
Emma Stone – La La Land
Meryl Streep – Florence Foster Jenkins

Meine Favoritin: Meryl Streep
Siegerin: Emma Stone

Bester Nebendarsteller

Mahershala Ali  – Moonlight
Jeff Bridges – Hell or High Water
Lucas Hedges – Manchester by the Sea
Dev Patel – Der lange Weg nach Hause
Michael Shannon – Nocturnal Animals

Mein Favorit: Dev Patel
Sieger: Mahershala Ali

Beste Nebendarstellerin

Viola Davis – Fences
Naomie Harris – Moonlight
Nicole Kidman – Der lange Weg nach Hause
Octavia Spencer – Unerkannte Heldinnen
Michelle Williams – Manchester by the Sea

Meine Favoritin: Michelle Williams
Siegerin: Viola Davis

Bestes adaptiertes Drehbuch

Luke Davies – Der lange Weg nach Hause
Eric Heisserer – Arrival
Barry Jenkins, Tarell Alvin McCraney – Moonlight
Allison Schroeder, Theodore Melfi – Unerkannte Heldinnen
August Wilson – Fences

Mein Favorit: Eric Heisserer
Sieger: Barry Jenkins, Tarell Alvin McCraney

Bestes Originaldrehbuch

Damien Chazelle – La La Land
Giorgos Lanthimos, Efthymis Filippou – The Lobster
Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea
Mike Mills – 20th Century Women
Taylor Sheridan – Hell or High Water 

Mein Favorit: Kenneth Lonergan
Sieger: Kenneth Lonergan

Beste Kamera

Greig Fraser – Der lange Weg nach Hause
James Laxton – Moonlight
Rodrigo Prieto – Silence
Linus Sandgren – La La Land
Bradford Young – Arrival

Mein Favorit: Bradford Young
Sieger: Linus Sandgren

Bestes Szenenbild

Patrice Vermette, Paul Hotte – Arrival
Jess Gonchor, Nancy Haigh – Hail, Caesar!
David Wasco, Sandy Reynolds-Wasco – La La Land
Guy Hendrix Dyas, Gene Serdena – Passengers
Stuart Craig, Anna Pinnock – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Meine Favoriten: David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco
Sieger: David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco

Bestes Kostümdesign

Colleen Atwood – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Consolata Boyle – Florence Foster Jenkins
Madeline Fontaine – Jackie, die First Lady
Joanna Johnston – Vertraute Fremde
Mary Zophres – La La Land

Meine Favoritin: Consolata Boyle
Siegerin: Colleen Atwood

Beste Filmmusik

Nicholas Britell – Moonlight
Justin Hurwitz – La La Land
Mica Levi – Jackie, die First Lady
Thomas Newman – Passengers
Dustin O’Halloran, Hauschka – Der lange Weg nach Hause

Mein Favorit: Justin Hurwitz
Sieger: Justin Hurwitz

Bester Filmsong

Audition (The Fools Who Dream) – La La Land
City of Stars – La La Land
Can’t stop the Feeling – Trolls
The Empty Chair – Jim: The James Foley Story
How Far I’ll Go – Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Mein Favorit: City of Stars
Sieger: City of Stars

Bestes Make-up und beste Frisuren

Eva von Bahr, Love Larson – Ein Mann namens Ove
Joel Harlow, Richard Alonzo – Star Trek Beyond
Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini, Christopher Nelson – Suicide Squad

Meine Favoriten: Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini und Christopher Nelson
Sieger: Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini und Christopher Nelson

Bester Schnitt

Tom Cross – La La Land
John Gilbert – Die Entscheidung
Jake Roberts – Hell or High Water
Nat Sanders, Joi McMillon – Moonlight
Joe Walker – Arrival

Mein Favorit: Tom Cross
Sieger: John Gilbert

Bester Ton

Andy Nelson, Ai-Ling Lee, Steve Morrow – La La Land
Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie, Peter Grace – Die Entscheidung
David Parker, Christopher Scarabosio, Stuart Wilson – Rogue One – A Star Wars Story
Greg Russell, Gary Summers, Jeffrey Haboush, Mac Ruth – 13 Hours

Meine Favoriten: Andy Nelson, Ai-Ling Lee und Steve Morrow
Sieger: Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie, Peter Grace

Bester Tonschnitt

Sylvain Bellemare – Arrival
Ai-Ling Lee, Mildred Iatrou Morgan – La La Land
Robert Mackenzie, Andy Wright – Die Entscheidung
Alan Robert Murray, Bub Asman – Sully
Wylie Stateman, Renée Tondelli – Deepwater Horizon

Mein Favorit: Robert Mackenzie und Andy Wright
Sieger: Sylvain Bellemare

Beste visuelle Effekte

Craig Hammack, Jason Snell, Jason Billington, Burth Dalton – Deepwater Horizon
Stéphane Ceretti, Richard Bluff, Vincent Cirelli, Paul Corbould – Doctor Strange
Robert Legato, Adam Valdez, Andrew Jones, Dan Lemmon – The Jungle Book
Steve Emerson, Oliver Jones, Brian McLean, Brad Schiff – Kubo, der tapfere Samurai
John Knoll, Mohen Leo, Hal Hickel, Neil Corbould – Rogue One – A Star Wars Story

Meine Favoriten: John Knoll, Mohen Leo, Hal Hickel und Neil Corbould
Sieger: Robert Legato, Adam Valdez, Andrew Jones, Dan Lemmon

Bester Animationsfilm

Kubo, der tapfere Samurai
Mein Leben als Zucchini
Die rote Schildkröte
Vaiana – Das Paradies hat einen Haken
Zoomania

Mein Favorit: Kubo, der tapfere Samurai
Sieger: Zoomania

Bester animierter Kurzfilm

Blind Vaysha
Borrowed Time
Pear Cider and Cigarettes
Pearl
Piper

Mein Favorit: Piper
Sieger: Piper

Bester Dokumentarfilm

13th
I am not your Negro
Life, animated
O.J. – Made in America
Seefeuer

Mein Favorit: O.J. – Made in America
Sieger: O.J. – Made in America

Bester fremdsprachiger Film

Ein Mann namens Ove (En man som heter Ove)
The Salesman (Forushande)
Eine verbotene Liebe (Tanna)
Toni Erdmann
Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit (Under sandet)

Mein Favorit: Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit
Sieger: The Salesman

Angst heiligt die Mittel

Es ist bereits anderthalb Jahre her, dass ich zum allerersten Mal auf einem Filmset dabei sein durfte, und nun ist der Tag der Ausstrahlung dieses thematisch an die Nieren gehenden Fernsehfilms endlich gekommen.

Es handelt sich um die Folge „Angst heiligt die Mittel“ der TV-Reihe Polizeiruf 110, hier mit dem Rostocker Ermittlerteam Bukow und König, die unter der Regie von Christian von Castelberg und dem Arbeitstitel „Die fünfte Gewalt“ im Sommer 2015 gedreht wurde.

Im Juni des vergangenen Jahres verbrachte ich also mehrere recht heiße Drehtagen in Warlow und Mestlin (LK Ludwigslust-Parchim), den Großteil davon im für Mitarbeiter der Spurensicherung typischen Tyvekanzug. Wer einen Blick auf mich erhaschen möchte, ich bin in den folgenden Szenen zu entdecken:

1. Nach dem Auffinden der toten Obdachlosen, wenn Alexander Bukow mit dem im Auto sitzenden Linus Wagner spricht, sichere ich rechts vom Auto im Hintergrund Fingerabdrücke an dem Zigarettenautomaten, an dem sich Martin Kukulies die Nacht zuvor eine Schachtel gezogen hatte.

2. Nachdem das KTU-Team infolge des gemeldeten Suizids zum Haus von Martin Kukulies und Peter Buschke gerufen wird, gehöre ich zu denjenigen, die den Erhängten von der Decke herunternehmen; im Bildhintergrund rechts stehend.

3. Wenn Katrin König und Alexander Bukow das Haus von Kukulies und Buschke verlassen, stehe ich links von der Eingangstür und sichere weitere Spuren.

Bedauerlicherweise, aber üblicher Teil des Filmalltags, sind sämtliche anderen Szenen, die ich im Juni 2015 drehen durfte, der Schere zum Opfer gefallen, obwohl sich sogar die Maske für die eine oder andere Kameraeinstellung um mein Gesicht gekümmert hat. Unter diesen Szenen waren vor allem Szenen als Einwohner des Dorfes Beslow, der mit dem Fahrrad an den sich unterhaltenden Ermittlern und dem im Film gezeigten Einkaufsladen vorbeifahrende Radfahrer (was etliche Male wegen der vielen Kameraeinstellungen wiederholt wurde und gefühlt Stunden dauerte), als einer Freundin am Gartenzaun plaudernder Beslower, als der Dorfbewohner Malte Bruns Bukow und König aus dem Haus von Kukulies und Buschke kommend beobachtet, aber auch zwei Szenen als Spurensicherer beim Betreten des Hauses (wird kurz vor meinem Eintreten geschnitten) und nach dem Abtransport des Toten beim Transporter der Gerichtsmedizin. Hier wurde gar eine ganze Dialogszene mit Dorfbewohnern gedreht, die es in den finalen Schnitt nicht geschafft hat. Ein Bild aus dieser Szene, auf dem sich Alexander Bukow mit Linus Wagner unterhält, ist jedoch von den Lübecker Filmtagen veröffentlicht worden.

Der Dreh war aber vor allem wegen meiner ersten Erfahrung an einem Filmset und den entspannten Gesprächen u. a. mit den beiden Hauptdarstellern Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner in den Drehpausen mehr als erinnerungswürdig; ganz zu schweigen davon, dass das Team klasse war und sich der Dreh wahnsinnig spannend gestaltete.

Im linken nachfolgenden Bild spiegele ich mich in einer Scheibe der Haustür, wie ich zu den beiden Ermittlern hinübersehe und im rechten Bild ist mein Kopf zwischen den beiden Ermittlern im Hintergrund links von der Eingangstür zu sehen.

Polizeiruf 110 - Angst heiligt die Mittel

Sanft schläft der Tod

Heute erlebt Sanft schläft der Tod, der neue Film des preisgekrönten und international erfolgreichen deutschen Regisseurs Marco Kreuzpaintner, seine Premiere auf dem Filmfest Hamburg.

Es ist mittlerweile sage und schreibe 54 Wochen her, dass ich am 22. September 2015 infolge der Besetzung einer kleinen Sprechrolle als Mitarbeiter des Landeskriminalamtes für diesen zu dieser Zeit noch unter den Arbeitstiteln Mein sind Deine Kinder bzw. Finn und Leila im Wunderland laufenden Thriller von Schwerin zum idyllischen Gobbiner Haken nahe Binz auf der Insel Rügen anreiste, wo an diesem recht verregneten und windigen Tag eine kurze Szene gedreht werden sollte.

Am Zielort angekommen wurde aus der angekündigten kleinen Sprechrolle bedauerlicherweise und unerwarteterweise ein namenloser Mitarbeiter der Spurensicherung ohne Text, der während einer Szene nahe einer Fischerhütte im Hintergrund im Tyvekanzug Fingerabdrücke sichert, während im Vordergrund ein LKA-Beamter mit seinem Handy telefoniert.

Angesichts der kurzen Drehzeit am betreffenden Tag wird die entsprechende Szene zwar sehr kurz ausfallen, aber bei einem derart professionellen Dreh selbst als Komparse mit dabei gewesen zu sein, war allemal ein Erlebnis und die weite Anfahrt wert – auch wenn ich es noch immer bedauere, dass es mir letztlich nicht vergönnt war, unter einem so großartigen Regisseur wie Marco Kreuzpaintner mein Sprechrollendebüt bei einer Film- bzw. Fernsehproduktion zu geben. Vielleicht bietet sich ja schon bald die nächste Gelegenheit…

Wann Sanft schläft der Tod von der ARD ausgestrahlt wird, steht derzeit noch nicht fest. Laut Regisseur erfolgt die Ausstrahlung erst im kommenden Jahr.

Auf Seemann, Tod und Teufel

Vor mittlerweile 18 Tagen ging nach insgesamt 15 Wochen die 12. Spielzeit des Piraten Open Air unter dem Titel Das Geisterschiff mit einem Besucherrekord von 63.366 Zuschauern zu Ende. Dass die 2016er Spielzeit die erfolgreichste in der zwölfjährigen Geschichte des Theaters werden würde, war allerdings nicht unbedingt vom ersten Probentag an absehbar.

Zwischen dem 22. Mai und dem 23. Juni hat das Ensemble zwar einen wahren Wonnemonat zum Proben erlebt, doch am Premierenabend des 24. Juni  musste die erste reguläre Aufführung aufgrund von Platzregen und Gewitter nach ungefähr einer Stunde abgebrochen werden. Es folgten weitere 17 Regenaufführungen in Folge, bevor sich das Wetter langsam besserte.

28 von 62 Vorstellungen fielen letztlich buchstäblich ins Wasser, dafür wurden das Publikum und wir Darsteller aber insbesondere zwischen Ende Juli und Ende August mit einem traumhaften Sommer entschädigt, der spätestens ab dem 20. Juli das Karibikgefühl der Turks und Caicos noch greifbarer auf die Bühne brachte.

Und was so ein richtiges Actiontheater ist, das ersetzt nicht nur den regelmäßigen Fitnessstudiobesuch (ich habe während der Spielzeit sage und schreibe 12 Kilo abgenommen), sondern bringt auch die eine oder andere Verletzung mit sich.

So habe ich in den 104 Tagen dieser Spielzeit Stichverletzungen, Verbrennungen, Verstauchungen, Quetschungen, Schürfwunden, Schnittverletzungen, Blutergüsse, eine Kopfplatzwunde sowie infolgedessen eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Befund: Darsteller in einem Actiontheater.

Gleich zu Beginn der Proben wurde entschieden, dass ich in meinen beiden Rollen auf der Bühne lange Haare und einen Bart tragen solle. Also ließ ich meine Haare über die Spielzeit hinweg rund 10 Zentimeter wachsen und mir einen Van-Dyck-Bart stehen.

Im ersten Teil von Das Geisterschiff stand ich zunächst als spanischer Kanonier, der den Schiffbruch der zu Beginn der diesjährigen Episode verunglückenden Urca de Lima vor Providenciales überlebt, auf der Bühne:

Im zweiten Teil stand ich dann endlich in meiner eigentlichen Rolle als Capitano de Mercilla auf der Bühne, der das spanische Jagdschiff Kaka de Fuego kommandiert und dem Missionsleiter der Urca de Lima bei seiner Mission zur Wiedererlangung des von den Piraten geraubten Urca-Goldes als rechte Hand zur Seite steht:

In Kürze werde ich als Abschluss meiner diesjährigen Zeit bei den Grevesmühlener Piraten noch meine Bildergalerie unter Medien um etliche Fotos der Aufführung vom 19. August 2016 erweitern und meine Szenen aus Das Geisterschiff anhand von Videoaufnahmen sowohl vom 4. und 5. Juli als auch vom 27. August und 2. September 2016 voraussichtlich in mehreren Clips sowie einem aktuellen Showreel-Zusammenschnitt veröffentlichen.

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Spielzeit war es für mich, am 23. August gemeinsam mit Sebastian Hiendl (spielte in Das Geisterschiff den Kanonier des spanischen Jagdschiffes Kaka de Fuego) und Jerry Gerom (spielte in Das Geisterschiff Sergante Pepino, einen überlebenden Offizier der Urca de Lima) einen Kurzfilm zu drehen, bei dem ich als Kameramann und Bildregisseur fungierte. Für den Dreh durften wir mit freundlicher Unterstützung des Piraten Open Air dankenswerterweise die Bühne, Kulissen, Requisiten und Kostüme des Theaters verwenden. Den Schnitt und die Vertonung übernahm Jerry Gerom, der sich mit Sebastian Hiendl die Regie teilte. Ein Drehtag, der Lust auf mehr machte…

Einige der schönsten Augenblicke dieser Spielzeit waren für mich die Autogrammstunden, in denen man mit dem Publikum ins Gespräch kam, von dessen Eindrücken erfahren konnte und das eine oder andere gemeinsame Foto geschossen wurde. Meine erste Autogrammstunde hatte ich nach einer Regenvorstellung am 8. Juli, meine letzte reguläre Autogrammstunde fand am 24. August statt. Acht Tage später schrieb ich auf dem Marktplatz von Maracaibo während des Fan-Tages meine letzten Autogramme und posierte noch einmal ein letztes Mal für gemeinsame Fotos (rechtes Foto © Ostseezeitung, v.l. Jerry Gerom, Taro Fischer, Dennis Gehrke, Christian Winkler und ich).

© Ostseezeitung

Am 3. September war es dann schließlich soweit. Das Ensemble musste sich teils schweren Herzens bei der alljährlichen Comedy-Dernière vom diesjährigen Stück verabschieden, und dieses traditionell so amüsant es geht genüsslich auseinandernehmen. So enterte u. a. Ben-Gunn-Darsteller Arne Nobel statt mit seiner typischen langen Mähne mit Irokesenhaarschnitt die Insel, statt Tanja Schumann erschien ein Kamel auf der Bildfläche, Quartiermeister Israel Hands läutete mit Weihnachtsmütze bereits im Spätsommer die Adventszeit ein und Long John Silver flanierte als very British Gentleman über die Bühne. Meine Wenigkeit überlebte zu Beginn des Stückes keinen Schiffbruch, sondern eine Polonaise der gesamten Urca-Besatzung. Anschließend lümmelte ich am Strand von Provo Island herum, bevor mich Sergante Pepino zum Rapport mitschleifte. Dieser wurde vom Sergante zur Beatbox vom Bootsmann der Urca de Lima dargebracht, während ich die Hintergrundmelodie aus Michael Jacksons Beat It als Ostinato-Sí zum Besten gab. Kurz darauf hieß es das Strandgut aufsammeln und das anfängliche Chaos zu beseitigen. Die üblicherweise dabei vom Sergante, vom Bootsmann und von mir geäußerten – und von mir zusammen mit weiteren spanischen Kommandos und Sätzen während der Probenzeit beigesteuerten – spanischen Befehle verkehrten wir für die letzte Vorstellung ins Deutsche (Äh, meine Herren… zur heutigen Dernière dürft ihr uns ruhig mal auf Deutsch anschnauzen…). Als schließlich Donna Isidora bei der Aufräumaktion der Urca-Überlebenden grübelte, wie man andere spanische Schiffe auf die eigenen Notsituation aufmerksam machen könnte, schlug sie zur Begeisterung aller Schiffbrüchigen einen Flashmob zu Rock mi von der Band Voxxclub vor. Sogar Flint beehrte uns als Zaungast bei dieser Szene. Nachdem die spanische Ordnung endlich wiederhergestellt worden war, liefen die spanischen Soldaten zu Eye of the Tiger der Band Survivor in Formation zum Exerzieren. Doch statt wie üblich Liegestütze zu machen, befahl uns Sergante Pepino zur Choreographie von Los del Rios Sommerhit Macarena zu tanzen. Plötzlich griff uns Flints Piratencrew an und ehe ich mich versah, stand mir Israel Hands als „Endgegner“ des ersten Teils gegenüber. Als der mich schließlich mit einem Tritt in die Magengrube und einem die Knie erweichenden Kinnhaken zu Boden brachte, schien eine Ewigkeit zu vergehen, bevor er mich mit seinem scharfkantigen Degen erlöste. Also schnappte ich mir kurzerhand eine Tüte Popcorn und beobachte ihn dabei, wie er seine schier endlos lange Runde über den Strand drehte. Als er schließlich doch noch auf mich zustürmte, hörte ich noch „Lass es dir schmecken…“, bevor das Popcorn in alle Richtungen flog und ich zu Boden ging. Glücklicherweise rief Captain Flint die am Smith Reef zu Jimi Jamisons I’m always here patrouillierende DLRG, die mich nach kurzer Untersuchung im halsbrecherischem Tempo von der Bühne trug, als feststand, dass bei mir Hopfen und Malz verloren waren. Im zweiten Teil verdeutlichten wir spanischen Offiziere und Soldaten den Piratenparlamentären wie ernst wir es meinten, indem wir ihnen statt des Befehls „Die Hände gut sichtbar oben behalten!“ den Refrain von Hands up der Band Ottawan entgegenschmetterten. Nachdem Don Cravallo mit Boombastic von Shaggy und Hier kommt der Eiermann von Klaus & Klaus bei den Parlamentären und Spaniern eingetroffen war, wurde einer der unsterblichsten Louis-de-Funès-Dialoge zitiert… Don Cravallo: Spanien ist überall! – Spanier: Nein!! – Don Cravallo: Doch!! – Spanier: Ohhh!! Statt mit Winkerfähnchen Schießbefehle an mein Schiff zu senden, stand ich in Village-People-Manier am Strand und „signalisierte“ Y-M-C-A. Als Bestätigung des Kommandos winkten Schiffsbesatzung und ich uns kräftig zu. Üblicherweise wurde Hot Brownie kurz darauf von einem Schuss ins Bein niedergestreckt. An diesem Abend waren hierfür insgesamt vier Schüsse nötig – der endgültig erfolgreiche Schuss kam aus meiner Pistole. Und schließlich befahl ich mittels einer Luftrüsseltröte den in Bereitschaft stehenden Musketenschützen anzutreten. Mit zwei Lachkrämpfen war dies erwartungsgemäß mit Abstand die aus meiner Sicht unterhaltsamste Vorstellung der gesamten Spielzeit.

Zu meinem Bedauern wird es 2017 keine Rückkehr meinerseits in der bevorstehenden 13. Spielzeit unter dem Titel Exekution in Cartagena geben. Gern kehre ich aber in einer neuen, größeren und noch actionreicheren Rolle in einer der kommenden Spielzeiten wieder nach Grevesmühlen zurück.

Für die Erfahrung, in der 12. Episode der schicksalhaften Begegnungen von Captain Flint in der Karibik von Nordwestmecklenburg nach Motiven von Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel auf einer über 9.000 Quadratmeter großen Freilichtbühne, die beinahe vollständig aus Sand bestand und mit Leben gefüllt werden musste, unter der exzellenten Regie von Benjamin Kernen vor bis zu 1.600 Zuschauern gestanden, mit Degen, Pistole und Kanone gekämpft, ein für die Handlung der diesjährigen Geschichte entscheidendes Jagdschiff befehligt und mich mit meinen Spanischkenntnissen merklich an den Dialogen des Stückes beteiligt zu haben, bin ich dem Piraten-Open-Air-Actiontheater und insbesondere dessen Intendanten Peter Venzmer sowie dessen Geschäftsführer Matthias Sievert dennoch enorm dankbar und freue mich auf eine etwaige Rückkehr meinerseits in einer der künftigen Spielzeiten, denn ich habe die erinnerungswürdigen Augenblicke mit sowohl den großartigen Kollegen hinter den Kulissen als auch dem Ensemble auf der Bühne wahrlich genossen; unter anderem mit Tanja Schumann, Dustin Semmelrogge und Marc Zabinski, um nur drei zu nennen.

Auf Seemann, Tod und Teufel! Hrrr!

Das Geisterschiff

Seit dem 24. Juni und noch bis zum 3. September kann man auf der Naturbühne des Piraten-Open-Air-Actiontheaters in der Karibik von Nordwestmecklenburg vor den Toren Grevesmühlens die 12. Episode der schicksalhaften Begegnungen des Piraten Capt’n Flint mit dem Titel Das Geisterschiff nach Motiven von Robert Stevensons Die Schatzinsel erleben.

Und darum geht es in diesem Jahr:

Wir schreiben das Jahr des Herrn 1694. Bei der Verfolgung des Schurken Baba, in dessen Händen sich Anne Bonny seit dem Sturm über den Caymans im vergangenen Jahr befindet, geriet Flints Schiff, die Walruss, in einen heftigen Orkan. Während das Schiff unter dem tosenden Wind und dem prasselnden Regen ächzte, tauchte unmittelbar vor ihm ein mysteriöses Schiff auf, das buchstäblich in Flammen zu stehen schien. Durch die Begegnung mit diesem Geisterschiff trieb es die Walruss in eine nahegelegene Bucht namens Sapodilla Bay, die Teil der Karibikinsel Providenciales ist, vor der kurz zuvor nicht allzu weit entfernt am Smith Reef – ebenfalls infolge des Orkans – das spanische Schatzschiff Urca de Lima Schiffbruch erlitt, den nur rund zwei Dutzend Spanier an Bord überlebten, darunter der Missionsleiter Don Cravallo de Krawumm sowie ein aus Sevilla stammender Diplomat namens Don Alfredo de Cervezas de Cruzcampo, der die Nichte des spanischen Vizekönigs von Cartagena de Indias, Donna Isidora Blanca de Pollo y Huevo, nach Cadiz begleiten sollte. Was weder die Flint-Crew noch die spanischen Schiffbrüchigen ahnen: auf Providenciales lebt der Freibeuter Paul Whopper mit seinen drei amazonenhaften und heißblütigen Frauen Crispy, Brownie und Blondie sowie deren Kind Paloma. Den Freibeutern war es gelungen, Billy Bones, einen alten Weggefährten Capt’n Flints und ehemaligen Steuermann der Walruss, gefangenzunehmen, der ebenfalls auf das Gold der Urca de Lima aus gewesen, dabei auf das Geisterschiff gestoßen und durch dieses nach Providenciales gelotst worden war. Zur Erlangung der Goldkisten des Schatzschiffes bleibt den Freibeutern von Providenciales und der Crew um Capt’n Flint nichts anderes übrig, als sich zusammenzuraufen. Als schließlich das spanische Jagdschiff Kaka de Fuego mit donnernden Kanonen am Smith Reef auftaucht, wird es sowohl für Capt’n Flint als auch für die Spanier immer undurchsichtiger, wer auf welcher Seite steht. Jäger werden zu Gejagten, Freunde zu Feinden und Mythos zur Realität, wenn im entscheidenden Moment das Geisterschiff erneut auftaucht und den Piraten den Weg gen Cartagena de Indias weist. Doch was würde Flint in Cartagena erwarten – die Freiheit, oder eine Exekution?

Auf der Freilichtbühne stehen neben den langjährigen Hauptdarstellern Benjamin Kernen als Capt’n Flint, Arne Nobel als Ben Gun, Dustin Semmelrogge als Israel Hands, Michael Heuel als Long John Silver, Jens Haack als Pew sowie Ron Kochanski als Scully in diesem Jahr auch Felix von Jascheroff als Pirat Billy Bones, Tanja Schumann als Wrackpiratin Crispy Chicken, Anna Sophie Thiede als Paloma, Sabrina Sagorny als Hot Brownie, Melanie Volosciuk als Hot Blondie, Mario Eichendorf als Paul Whopper, Marc Zabinski als Don Cravallo, Marc Clear als Don Alfredo, Monic Thiele als Donna Isidora, Nicole Thiede als Manuela de Ciruelas, Jerry Gerom als Sergante Pepino, Dennis Gehrke als Bootsmann der Urca de Lima, Daniel Lex als Capitano Cocido sowie gut zwei Dutzend Stuntleute und Kleindarsteller.

Ich selbst bin im diesjährigen Stück als Capitano de Mercilla zu erleben, dem unerschrockenen, peitscheschwingenden Kommandanten des spanischen Jagdschiffes Kaka de Fuego, der auf der Suche nach dem Gold der im Archipel der Turks- und Caicosinseln in der Karibischen See verschollenen Urca de Lima auf der Insel Providenciales auf die Piratencrew um Capt’n Flint und deren Verbündete trifft. Mit an Bord der Fuego ist der Hauptmann und Befehlshaber des an Bord befindlichen spanischen Heeres, Capitano Cocido, mit dem sich de Mercilla unbarmherzig in jeden sich bietenden Kampf stürzt und mit dem er sich militärisch derart verbunden fühlt, das beide mitunter die Sätze des jeweiligen anderen beenden. Der Kommandant der Fuego ist beherzt, willensstark und sucht die direkte Konfrontation mit Capt’n Flint, dem er zum ersten Mal gegenübertritt und behält selbst im größten Schlachtengetümmel den Überblick. Aufgrund dessen wird er von Don Cravallo als treu ergebene rechte Hand und als persönliche Leibwache geschätzt. Doch die Geschehenisse auf der Insel sollen nicht spurlos an de Mercilla vorbeigehen…

Die Rolle des Capitano de Mercilla spielt erst in Teil 2 des Theaterstückes eine Rolle, sobald die Kaka de Fuego das Schicksal aller auf der Insel verändern soll. Im ersten Teil spiele ich einen pflichtbewussten spanischen Soldaten, der den Schiffsbruch der Urca de Lima überlebt, beim Angriff der Flint-Crew eine Kanone des spanischen Lagers auf Billy Bones abfeuert und sich schließlich todesmutig in einen Zweikampf mit dem Quartiermeister der Walruss, Israel Hands, stürzt.

Darüber hinaus durfte ich etliche spanische Sätze und eine Vielzahl an spanischen Befehlen beisteuern. Des Weiteren stammt auch der folgende, von Jerry Gerom in seiner Rolle als Sergante Pepinos unnachahmlich auf spanisch übermittelte Bericht zur Lage nach dem Schiffbruch der Urca aus meiner stolzen Feder: Unos supervivientes… cuerpos en el agua, los botes, el casco… no cocinero, pero su paella en todos lados… el comandante, el padre, el doctor: todos muertos… y las ratas ya están royendo a las guardarropas… bastante alforja y agua… la mayoría del oro presente…

© Piraten Open Air
Das Ensemble des Geisterschiffs (22.05.2016)

Piraten Open Air 2016

Seit heute ist es offiziell.

Ich werde in der diesjährigen Spielzeit des Piraten Open Air Theaters in einer Nebenrolle als Capitano de Mercilla mit u. a. Felix von Jascheroff, Tanja Schumann, Dustin Semmelrogge und Marc Clear zum ersten Mal überhaupt auf einer Freilichtbühne stehen.

Piraten Action Open Air Theater

Regie führt Benjamin Kernen, der auch die Hauptrolle des Capt’n Joshua Flint übernimmt. Das Buch stammt vom Intendanten Peter Venzmer.

Auf Seemann, Tod und Teufel!

(Plakat: http://www.piratenopenairtheater.de)

Italienischer Kinostart von Le Confessioni

Heute startet der neue Kinofilm Le Confessioni des preisgekrönten Regisseurs Roberto Andò in den italienischen Kinos.

Zur illustren Darstellerregie gehören u. a. Connie Nielsen (Im Auftrag des Teufels, Mission to Mars, Gladiator), Marie-Josée Croze (München), Toni Servillo (Die große Schönheit), Daniel Auteuil (Eine franzöische Frau), Pierfrancesco Favino (Illuminati, Prinz Kaspian von Narnia, World War Z), Moritz Bleibtreu (Das Experiment, Der Baader-Meinhof-Komplex), Lambert Wilson (Matrix Reloaded, Matrix Revolutions, Sahara), Richard Sammel (Inglourious Basterds, Casino Royale, Das Leben ist schön), Andy de la Tour (Notting Hill), John Keogh (Der Pianist, Equilibrium, Der ewige Gärtner, Der Ghostwriter), Stéphane Freiss (München, Willkommen bei den Sch’tis, Das Leben danach), Togo Igawa (Last Samurai, Die Geisha) sowie Michael Epp (Weissensee).

Filmteaser Le Confessioni :

Im Juni 2015 durfte ich für diese Filmproduktion bei bestem Wetter mehrere Drehtage im und am Grand Hotel Heiligendamm nahe Rostock verleben. Diese Produktion war dessen ungeachtet mein erster Dreh, bei dem ich in der Maske und Garderobe ausgiebig zurechtgemacht wurde. In der Maske, die sich übrigens in der Orangerie des Grand Hotels befand, gab es das volle Programm: (wohl zur Sicherheit) wurde mein frisch rasiertes Gesicht nochmal rasiert, meine Haare geringfügig geschnitten und noch einmal neu frisiert, und ich erhielt eine für mich ungewohnte Schicht Makeup aufgetragen – und das Ganze für jemanden, der laut Drehplan nicht eine Großaufnahme erwartete. Anschließend hieß es für mich mehrfachen Garderobenwechsel. Zu Beginn erhielt ich eine Originaluniform der Grand-Hotel-Gästebetreuer (was bei Drehortwechseln für ein Lächeln der tatsächlichen Gästebetreuer sorgte), bevor entschieden wurde, dass ich in meiner ersten Szene als Begleitschützer zu sehen sein werde. Also hieß es für mich einmal mehr umziehen. Für eine weitere Szene erhielt ich eine Grand-Hotel-Barkeeper-Uniform.

Ich bin laut Filmtrailer in mindestens zwei Szenen zu sehen bzw. zu erahnen:

Szene Nr. 1: Die dem G8-Gipfel in Heiligendamm nachempfundene Strandkorb-Szene

Die diesbezüglichen Dreharbeiten fanden bei strahlendem Sonnenschein auf der Wiese vor dem Kurhaus des Grand Hotels statt. Für den Dreh wurden acht Jahre nach der Aufnahme des wohl berühmtesten Strandkorb-Fotos mehrere Strandkörbe aufgestellt, in denen die im Film am Gipfel teilnehmenden Wirtschaftsminister zunächst Platz nehmen, bevor sie sich für ein Gruppenfoto zusammenstellen. In dieser Szene bin ich als der bereits angesprochene Begleitschützer im dunklen Anzug und mit obligatorischem Knopf im Ohr zu sehen.

Im fertigen Film stehe ich hinter den Protagonisten und neben der Kurhauswiese zwischen meinen beiden Begleitschützerkollegen.

(Foto: http://www.01distribution.it/film/le-confessioni)

Szene Nr. 2: Der Tote im Hotelzimmer

Mit dieser Schlüsselszene habe ich eine Großaufnahme im Film und es mit dieser sogar in den Trailer geschafft. Allerdings bin ich in dieser Szene das Körperdouble eines der Hauptdarsteller, der im Verlauf der Handlung zu Tode gekommen ist, und somit nur zu erahnen. Beim Dreh dieser Szene im dritten Stock der Promenadenvilla Großfürstin Marie – Perle durfte ich also im Beisein der Darsteller Richard Sammel, John Keogh und Andy de la Tour „tot“ spielen, was ich mittels der gleichen Technik wie bei meinen Romeo/Tybalt-Todesszenen erzielte: mittels flacher Atmung. Ich wurde also in den Anzug des betreffenden Schauspielers gesteckt, dessen Körperform sich meiner Meinung nach von meiner doch sehr unterscheidet, und bis zum Hals mit einem Bettlaken zugedeckt. Erst als es hieß „Fertigmachen zum Dreh“ wurde das Laken auch auf mein Gesicht gelegt. Ab „Kamera läuft“ hieß es flach atmen und bis zum erlösenden „Schnitt“ durchhalten – und das gut zwei Dutzend Mal aus verschiedenen Kameraperspektiven. Vor Beginn des allerersten Drehs bat mich der die Tonangel bedienende Tonassistent am besten gar nicht zu atmen, weil er das Mikrofon aufgrund der ersten Kameraeinstellung extrem dicht an meinem Kopf halten würde. Nachdem die erste Einstellung im Kasten war, zog er besorgt das Laken weg und fragte, wie es mir geht, da er keinen Ton gehört habe. Überhaupt war das Drehteam großartig; man erkundigte sich beim Dreh dieser Szene regelmäßig, wie es mir ging und ermöglichte mir, nach der Aufnahme der ersten Hälfte der Einstellungen, auf den Balkon der Villa zu gehen, um das Strandpanorama zu genießen und frische Luft zu tanken, weil die Luft unter dem Laken trotz Lüften zwischen den Aufnahmen doch recht knapp war. Als sämtliche Einstellungen im Kasten waren, gab es seitens der anwesenden Darsteller und des Filmstabs für mich noch einen aufmunternden Applaus und einen entspannten Spaziergang über das Hotelgelände. Großartig.

(Foto: Screenshot aus dem Filmtrailer zu Le Confessioni)

Szene Nr. 3: Musiksession in der Hotelbar des Grand Hotels

Eine weitere Szene, bei der ich mitwirken durfte, spielt in der Nelson Bar des Grand Hotels. In dieser Szene sind die Minister mit weiteren Hotelgästen versammelt, und ein anwesender Rockstar – gespielt von Johan Heldenbergh – singt gemeinsam mit Marie-Josée Croze ein Lied. Im Hintergrund ist dabei der Tresen zu sehen, an dem ich ab und an erscheine und Barkeeperdinge tue. In den Drehpausen dieser Szene hatte ich die Gelegenheit, mit Pierfrancesco Favino und Toni Servillo zu plaudern. Außerdem befand sich der Arbeitsbereich des Regisseurs direkt neben dem Tresen.

Die Drehpausen verbrachte ich häufig in Gespräche mit Richard Sammel über seine lange Karriere vertieft oder mit der einen oder anderen kurzen Plauderei mit Connie Nielsen, Pierfrancesco Favino oder Andy de la Tour. Richard Sammel erklärte er sich obendrein für ein Erinnerungsfoto mit mir bereit.

Le Confessioni soll unter dem Verleihtitel Die Beichte in die deutschen Kinos kommen; wann ist derzeit allerdings noch offen.

Des Weiteren wird der Film während der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes zwischen dem 11. und dem 22. Mai 2016 gezeigt.

(Filmplakat und -trailer: http://www.01distribution.it/film/le-confessioni)

Neues Theaterengagement

Gut vier Jahre nach meinen letzten Theaterauftritten in einer in England aufgeführten Romeo-und-Julia-Produktion werde ich in wenigen Monaten wieder vor größerem Publikum auf einer großen Bühne Teil einer wunderbar inszenierten, mehrmonatigen Theaterproduktion sein, deren begeisterter Fan ich schon seit Jahren bin.

Bereits im Herbst 2015 sprach ich beim Intendanten dieser Theaterproduktion erfolglos für eine Hauptrolle vor, wurde jedoch seinerseits zu einem weiteren persönlichen Vorsprechen für eine Nebenrolle eingeladen. Dieses fand am vergangenen Wochenende statt und endete mit einem Engagement für die diesjährige Spielzeit in einer Rolle, deren Details vorerst noch nicht bekanntgegeben werden können. Ungeachtet dessen freue mich enorm auf die Theaterproben, die Premiere des neuen Stückes und natürlich den Tag, an dem ich nähere Informationen hierzu bekanntgeben kann.